Nahost: Israel stimmt Videoüberwachung auf dem Tempelberg zu

Israel und Jordanien haben sich auf erste Maßnahmen zur Eindämmung der Gewalt im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern verständigt: Der Tempelberg in Jerusalem mit den islamischen Heiligtümern Felsendom und Al-Aksa-Moschee soll von nun an rund um die Uhr mit Videokameras überwacht werden, sagte US-Außenminister John Kerry nach Gesprächen in der jordanischen Hauptstadt Amman.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe dem Vorschlag zugestimmt, sagte Kerry. Er beriet in Amman mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem jordanischen König Abdullah II. Zuvor hatte er am Donnerstag in Berlin mit Netanjahu über das Thema gesprochen. Weder Israel noch Palästina haben sich bisher direkt zu dem Vorschlag geäußert.

Die seit Monatsbeginn andauernde Gewaltwelle in Israel und den Palästinensergebieten hatte sich am Streit um die Nutzungsrechte auf dem Tempelberg entzündet. Mehr als 60 Menschen sind bisher gestorben.

Die Videoüberwachung sei erster Schritt um die Unruhen einzudämmen, sagte Kerry. Jordanien hat gemäß seinem Friedensvertrag mit Israel von 1994 die Aufsicht über den Tempelberg. Die Idee mit der Videoüberwachung stammt vom jordanischen König Abdullah.

Kerry bezeichnete die Videoüberwachung als „gamechanger“, ein Schritt, der den Verlauf der Ereignisse grundsätzlich verändert könnte. Die Kameras könnten Menschen davon abhalten, die Unverletzlichkeit der heiligen Stätte zu stören.

Allerdings bleibt der „Washington Post“ zufolge zunächst unklar, inwieweit die vereinbarte Videoüberwachung wirklich ein Fortschritt ist. Der Zeitung zufolge sind bereits an den wichtigsten Stellen mehr als 300 von Israelbetriebene Kameras installiert.

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